Semesterstart-Checkliste: Das brauchst du wirklich
Vom Laptop bis zur Software: Mit dieser Checkliste startest du gut vorbereitet ins Semester.

Semesterstart-Checkliste: Das brauchst du wirklich
Ein neues Semester steht an und gerade wenn du frisch mit dem Studium anfängst, gibt es einiges zu organisieren. Von der Einschreibung über die Finanzierung bis hin zur ersten Vorlesung. Vieles erfährt man leider erst dann, wenn man es eigentlich schon hätte erledigen müssen.
Ich habe euch deshalb eine Checkliste zusammengestellt, mit den wichtigsten Dingen, um die ihr euch vor und während der ersten Semesterwochen kümmern solltet. Ein paar Punkte sind offensichtlich, andere werden gerne vergessen.
1. Alles rund um die Hochschule
Bevor es richtig losgeht, solltest du überprüfen, ob du alle organisatorischen Dinge erledigt hast. Besonders wichtig ist dabei, dass du deine Hochschulzugänge rechtzeitig einrichtest.
- Einschreibung beziehungsweise Rückmeldung abgeschlossen
- Semesterbeitrag überwiesen
- Hochschul-E-Mail eingerichtet
- Zugang zum Hochschulportal und Lernplattformen wie Moodle oder ILIAS aktiviert
- Studierendenausweis und Semesterticket eingerichtet
- Vorlesungsplan zusammengestellt und wichtige Termine gespeichert
- Prüfungsordnung und Anmeldefristen angeschaut
Gerade die Prüfungsanmeldung würde ich nicht unterschätzen. An manchen Hochschulen musst du dich selbst zu jeder Prüfung anmelden. Wer die Frist verpasst, kann unter Umständen erst im nächsten Prüfungszeitraum teilnehmen.
2. Finanzierung und mögliche Zuschüsse
Studieren kostet Geld, auch wenn du an einer staatlichen Hochschule keine regulären Studiengebühren zahlst. Deshalb würde ich mich möglichst früh damit beschäftigen, welche Förderungen infrage kommen.
- BAföG-Anspruch prüfen und gegebenenfalls Antrag stellen
- Stipendien recherchieren, beispielsweise das Deutschlandstipendium
- Kindergeldanspruch prüfen
- Mögliche Ansprüche auf Wohngeld klären
- Krankenversicherung überprüfen
- Nebenjob oder Werkstudentenstelle suchen, falls notwendig
- Monatliche Ausgaben und verfügbares Budget überschlagen
Besonders wichtig: Auch wenn du BAföG bekommst, solltest du dich über weitere Stipendien informieren. Beispielsweise bleibt das Deutschlandstipendium in Höhe von 300 Euro monatlich grundsätzlich zusätzlich zum BAföG anrechnungsfrei.
Beim Wohngeld sieht es anders aus. Wer dem Grunde nach BAföG-berechtigt ist, hat normalerweise keinen Anspruch darauf. Es gibt allerdings Ausnahmen.
3. Diese Dinge brauchst du für die Uni wirklich
Wenn man sich online anschaut, was manche angeblich alles für das Studium benötigen, könnte man meinen, man müsste sich erst einmal ein komplettes Büro einrichten.
Tatsächlich brauchst du gerade am Anfang gar nicht so viel.
- Laptop oder Tablet zum Arbeiten
- Ladekabel und gegebenenfalls eine Powerbank
- Kopfhörer für Online-Vorlesungen oder die Bibliothek
- Notizbuch oder digitale Notiz-App
- Kalender für Termine und Abgaben
- Rucksack oder Tasche
- Wasserflasche und gegebenenfalls eine Brotdose
Ich würde euch empfehlen, nicht direkt alles neu zu kaufen. Gerade Tablets, Laptops und Zubehör können ziemlich teuer werden. Viele Hochschulen haben außerdem Computerarbeitsplätze, und manchmal lassen sich Geräte sogar ausleihen.
Falls du neue Technik benötigst, lohnt sich ein Blick auf Studentenrabatte. Viele Hersteller und Softwareanbieter haben spezielle Angebote für Studierende.
4. Kostenlose Programme und Studentenrabatte nutzen
Was viele unterschätzen: Mit deinem Studierendenstatus bekommst du Zugang zu einigen wirklich guten kostenlosen Angeboten und Vergünstigungen.
- Prüfen, ob deine Hochschule Microsoft 365 kostenlos anbietet
- Kostenlosen Studierendenzugang zu Notion oder anderen Organisationstools prüfen
- GitHub Student Developer Pack anschauen, besonders bei technischen Studiengängen
- Studentenangebote für Spotify, YouTube oder andere Abonnements vergleichen
- Vergünstigungen bei Technik, Software und Mobilfunk prüfen
- Bibliothekszugänge und kostenlose Fachliteratur nutzen
Gerade bei Software würde ich zuerst schauen, welche Lizenzen deine Hochschule bereits zur Verfügung stellt. Einige Programme kosten privat ziemlich viel Geld, können über deine Hochschule aber kostenlos nutzbar sein.
Und bevor du ein neues Abo abschließt, lohnt es sich, den regulären Preis mit dem Studentenpreis zu vergleichen. Nicht jedes Angebot ist automatisch günstig, nur weil irgendwo „Student“ steht.
5. Stundenplan und Prüfungen organisieren
Ein Punkt, den ich gerade im ersten Semester wichtig finde, ist ein realistischer Stundenplan.
An der Hochschule gibt es nämlich oft deutlich mehr Eigenverantwortung als in der Schule. Niemand erinnert dich ständig daran, welche Aufgaben du noch erledigen musst.
- Modulhandbuch anschauen
- Pflichtveranstaltungen und Wahlmodule unterscheiden
- Stundenplan mit ausreichend Lernzeiten erstellen
- Prüfungsleistungen und Abgabetermine notieren
- Prüfungsanmeldungen im Blick behalten
- Informationen zu Anwesenheitspflichten prüfen
- Frühzeitig Lerngruppen oder Kontakte im Studiengang suchen
Mein Tipp: Schau dir bei jedem Modul direkt an, welche Prüfungsleistung am Ende auf dich zukommt. Ob Hausarbeit, Klausur, Präsentation oder Projektarbeit macht für deine Semesterplanung einen erheblichen Unterschied.
6. Wohnung und Alltag organisieren
Falls du für dein Studium umziehst, kommen natürlich noch ein paar Dinge dazu. Gerade bei der ersten eigenen Wohnung unterschätzt man schnell, wie viele kleine Ausgaben zusammenkommen.
- Mietvertrag und Nebenkosten überprüfen
- Wohnsitz bei der zuständigen Meldebehörde anmelden
- Internet und gegebenenfalls Strom anmelden
- Rundfunkbeitrag beziehungsweise mögliche Befreiung prüfen
- Haftpflichtversicherung und gegebenenfalls Hausratversicherung überprüfen
- Mensapreise und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe vergleichen
- Monatliches Budget für Lebensmittel und Freizeit festlegen
Falls du BAföG bekommst, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung vom Rundfunkbeitrag beantragen. Das solltest du nicht vergessen, denn auch diese Ausgaben summieren sich über das Jahr.
7. Was du in den ersten Semesterwochen erledigen solltest
Neben dem ganzen organisatorischen Kram würde ich euch vor allem empfehlen, euch an der Hochschule ein bisschen umzuschauen.
- Einführungsveranstaltungen besuchen
- Bibliothek und Lernräume kennenlernen
- Hochschulsport und weitere Angebote anschauen
- Fachschaft und studentische Initiativen kennenlernen
- Beratungsangebote der Hochschule speichern
- Kontakte zu Kommilitoninnen und Kommilitonen knüpfen
Gerade die Einführungswoche kann ziemlich hilfreich sein. Nicht unbedingt wegen jeder einzelnen Veranstaltung, sondern weil du dort Leute kennenlernst, mit denen du später gemeinsam lernen oder dich über organisatorische Dinge austauschen kannst.
Was brauchst du also wirklich?
Ich glaube, das Wichtigste ist, sich nicht direkt zu Beginn mit allem gleichzeitig zu beschäftigen. Du musst weder sämtliche Lernmaterialien kaufen noch deinen kompletten Studienalltag in der ersten Woche perfekt organisiert haben.
Viel wichtiger ist, dass deine Einschreibung funktioniert, du deine finanziellen Möglichkeiten kennst und keine wichtigen Fristen verpasst.
Alles andere entwickelt sich meistens im Laufe des Semesters. Und falls du nach den ersten Vorlesungen immer noch nicht genau weißt, wie deine Hochschule organisatorisch funktioniert, bist du damit wahrscheinlich nicht alleine.
Mein Tipp zum Schluss: Speichere dir diese Checkliste ab und geh die Punkte nach und nach durch. Gerade bei BAföG, Stipendien und Studentenrabatten kann es sich lohnen, etwas Zeit zu investieren. Denn viele Angebote werden nicht automatisch vergeben, sondern du musst dich selbst darum kümmern.